Öhningen
Kinder Freizeit Kinderwohnung
 
Junge Ritter mit Herz und Verstand
 
 
 
Die Natur entdecken ist eins der Ziele bei der Jugendfreizeit für Kinder aus den Kinderwohnungen Radolfzell und Engen. Auf der Jugendfarm Löwenherz in Öhningen entdecken sie außerdem ihr schauspielerisches Talent.
 
Die Kinder der Kinderwohnungen Radolfzell und Engen haben Ritter Catos Festung eingenommen. Das gehört zu den beliebtesten Übungen bei der Freizeit auf der Jugendfarm Löwenherz.
Foto: Wagner
Wenn sie alle an dem wackeligen Holztisch sitzen und erzählen wollen, dann geht es erst einmal wild durcheinander. Ein wenig wild sehen sie auch aus: Svenjas Haare würden sich im Moment einer Bürste wohl erfolgreich widersetzen und irgendwer erzählt, dass das Duschen in den vergangenen Tagen wenig Vorrang hatte. Svenja Grantner, Daniel Graf, Luca Faust und Justine Hans sind für eine Woche Gäste auf der Jugendfarm Löwenherz auf dem Unterbühlhof in Öhningen. Das haben sie sich im Übrigen kontinuierlich „erarbeitet“: Denn normalerweise sind die Kinder regelmäßige Besucher der Kinderwohnungen in Radolfzell beziehungsweise Engen und im Alltag stehen Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote auf dem Programm.
 
„Ingo, ein Betreuer, hat sich verkleidet, und wir mussten dann im Wald ‚den Bösen' finden“, erzählt Luca aufgeregt, „außerdem sind ständig die Späher unterwegs, die versuchen, Mio festzunehmen.“ Mio ist die Hauptfigur aus einer Erzählung Astrid Lindgrens und seine Geschichte bildet den roten Faden der Sommerfreizeit. Das hat dafür gesorgt, dass die Betreuer der Freizeit, unter anderen Waltraud Rasch, Leiterin der Kinderwohnung in Radolfzell, Ingo Eckert (Radolfzell) und Ronja Hoppe (Engen) in der Vorbereitung gut zu tun hatten. Es galt, die Geschichte erlebnispädagogisch aufzubereiten, Spiele an die Handlung anzupassen und das eigene schauspielerische Talent einzusetzen. „Es war sehr spannend zu entdecken, welche Talente sonst noch in den Kollegen stecken“, berichtet Waltraud Rasch
Vom ersten Tag an sind die Kinder mit viel Abenteuerlust dabei, Teile der Geschichte „Mio, mein Mio“ nach- und mitzuspielen oder Aufgaben zu erfüllen, um schlimme Wendungen zu verhindern. Dabei entdecken sie zum einen ihre eigene reiche Phantasiewelt, stärken andererseits ihren Gruppenzusammenhalt und ihre sozialen Fähigkeiten.
„Am spannendsten war das Strategiespiel, das wir im Wald gespielt haben, ich war der Gefreite, der sechs Leben hat“, berichtet Luca. Insgesamt sind sich die Kinder einig, dass die Geschichte und die Erlebnisspiele am meisten Spaß gemacht haben. Aber auch das Reiten, das die Vormittage ausgefüllt hat, kommt bei allen gut an.
Auch dabei geht es den Betreuern darum, dass die Kinder den Umgang mit Tieren lernen, neue Fähigkeiten entdecken und ihr Selbstbewusstsein stärken. Selbstverständlich gibt es auch Pflichtaufgaben. „Abwaschen macht keinen Spaß“, erklärt Svenja entschieden. „Toiletten putzen auch nicht“, ergänzt Patrick.
Nach fünf Tagen Abenteuer auf der Jugendfarm sind die jungen „Wilden“ dann allerdings auch reif, wieder in die Zivilisation zurück zu kommen. „Ganz ehrlich, wir freuen uns dann auch auf zu Hause“, sagt Waltraud Rasch – Abenteuer mit 20 Kindern können ziemlich anstrengend s
 
 
 
Radolfzell/Öhningen
 
 
Sternritt führt zum Unterbühlhof bei Öhningen
 
Zwischen blühenden Feldern zu reiten ist ein besonderes Frühlingserlebnis. Eine Gelegenheit bietet der Sternritt am Sonntag.
Foto: dpa
Radolfzell/Öhningen – Der diesjährige Sternritt des Bodenseereiterringes wird vom Reitverein Löwenherz am Sonntag, 10. Mai, auf der Kinder- und Jugendfarm auf dem Unterbühlhof bei Öhningen ausgerichtet.
Ab 13 Uhr werden die ersten Reiterinnen und Reiter erwartet. Um 14.30 Uhr findet eine Pferdesegnung statt. Anschließend gibt es die Siegerehrung für die Teilnehmer mit dem weitesten Weg. Teilnehmen kann jeder Angemeldete, der sich mit seinem Pferd sicher im Gelände, unter Berücksichtigung des Wegerechts und der Straßenverkehrsordnung, bewegen kann.
Während die Pferde in den bereitgestellten Weidepaddocks ausruhen können, haben Sattel und Zaum im bewachten Zelt einen sicheren Platz. So können alle Reiter dieses Fest unbeschwert genießen. Und nicht nur die Reiter, denn es ist ein Fest für die ganze Familie. Bei einer Tombola können viele Preise gewonnen werden, unter anderem eine Woche Reiterferien und auf dem Reiterflohmarkt findet bestimmt so mancher noch tolle Sachen.
 
Was wäre eine Jugendfarm ohne Tiere? Die Pferde stehen zum Ponyreiten bereit, die Hasen freuen sich auf viel Beachtung, und wer noch nie gesehen hat, wie ein Schwein eine Streicheleinheit genießen kann, hat am Sonntag die Gelegenheit dazu. Auch wenn der Katzennachwuchs dann schon acht Wochen alt ist, mit etwas Glück können die Kleinen aus der Nähe beobachtet werden. Hunde an der Leine sind gern gesehene Gäste.
Kultig geht es ab 16 Uhr zu, denn dann beginnt der musikalische Teil. Zuerst spielt die Band Timeout, drei Musiker aus Vorarlberg, die akustisch und ohne technische Hilfsmittel Lieder der letzten 50 Jahre wiedergeben. Eine Zeitreise durch die goldenen Zeiten des Rock, Pop und Country.
Weiter geht es um 18 Uhr mit den Rockin Carbonara, eine der meistgebuchten Rockabilly Bands Europas. Mit ihrem fetzenden und gleichzeitig rockenden Sound der 50er Jahre, inklusive Rockabilly, Rhythm & Blues, Swing und einer leichten Prise punkigen Einflusses werden sie die Bühne des Heuhotels in einen wahrhaftigen Kochkessel verwandeln.
 
 
Wer dies alles für ein verlängertes Wochenende nutzen will: Das Heuhotel bietet nicht nur einen schönen Schlafplatz, auch ein gutes Frühstück gehört dazu und selbstverständlich gibt es auch für die Pferde einen Padock inklusive Futter.
 
 
 
"Die Landschaft ist wirklich Luxus"
 
 
Sieglinde Eckert über die Herausforderung, im ländlichen Raum Kulturarbeit anzubieten
 
Der Umgang mit Pferden spielt eine zentrale Rolle auf der Kinder- und Jugendfarm Löwenherz.
 
Foto: picture-alliance/ ZB
 
 
Die Höri ist nicht nur landschaftlich schön. In einer losen Folge stellt der SÜDKURIER Personen in Sommerinterviews vor, die im kulturellen, wirtschaftlichen, gastronomischen, landwirtschaftlichen und sozialen Bereich aktiv sind und die Region prägen. Die Serie beginnt mit einem Interview mit Sieglinde Eckert, die eine Sparte der Kulturwerkstatt Unterbühlhof in Öhningen leitet.
 
 
 
Frau Eckert, seit wann gibt es die Kulturwerkstatt und wer hat die Initiative dazu ergriffen?
 
 
 
Die Kulturwerkstatt auf dem Unterbühlhof gibt's seit 1995. Die Initiative hatte damals Waltraud Rasch, die ein Kulturprojekt mit ganzheitlichem Anspruch verwirklichen wollte. Sie hat drei Sparten: Einmal die Förderung des Natur- und Umweltschutzgedankens im Bildungsbereich und seine praktische Umsetzung durch die Kulturlandschaftspflege, der Landwirtschaft des Unterbühlhofs. Die zweite Sparte sind Aktivitäten im Bereich Theater, Malerei und Musik - sie setzt sich aus einzelnen Events zusammen. Der dritte Bereich ist der soziale, die Kinder- und Jugendfarm Löwenherz, die ich leite. Die Bereiche arbeiten vernetzt zusammen, weil es um das ganzheitliche Prinzip geht.
 
 
 
Wie finanziert sich die Kulturwerkstatt und Ihre Sparte, die Kinder- und Jugendfarm?
 
 
 
Die Kinder- und Jugendfarm wird über die Reiterferien und den Reitunterricht sowie die Aktivitäten unseres Abenteuerspielplatzes finanziert. Wir bieten täglichen Reitunterricht an sowie ganzjährig Reiterferien. Somit trägt sich diese Sparte selbst, wir haben inzwischen zehn Pferde. Die Theatersparte finanziert sich über Eintritte und Spenden, das deckt sich gerade mit den Kosten.
 
 
 
Sie betreiben ja Kultur im ländlichen Raum. Mit welchen Schwierigkeiten haben oder hatten Sie zu kämpfen?
 
 
 
Es war nicht einfach, in der Region Kulturarbeit zu leisten. Am Anfang stellte sich für mich schon die Frage, ob eine Kinder- und Jugendfarm auf dem Land gebraucht wird. Ich bin hier aufgewachsen und konnte mich erinnern, dass mir als Kind oft ein Angebot gefehlt hat. Ein Platz, an dem man spielen, toben und klettern kann. Da es für Kinder hier nichts in der Richtung gab, schien dies mir der richtige Ort. Inzwischen haben wir 40 bis 50 Reitschüler, die regelmäßig kommen.
 
 
 
Ist die Höri dann auch ein idealer Ort für so ein Projekt?
 
 
 
Auf jeden Fall. Wir haben eine Kulturlandschaft, von der die Menschen schwärmen. Das ist wirklich ein Luxus. Über die Beziehung zu Tieren ist es einfach, Kindern die Natur näher zu bringen.
 
 
 
Wie zugänglich waren die Öhninger anfangs für Ihre Projekte?
 
 
Am Anfang waren viele skeptisch. Doch ein paar Leute aus dem Ort sind sehr offen auf uns zugegangen. Auf dem Land ist die Mund-zu-Mund-Propaganda das Allerwichtigste. Eine negative Stimme richtet mehr Schaden an als zehn positive nutzen können. Deshalb ist es sehr wichtig, eine sehr gute Arbeitsqualität zu halten. Es macht aber auch Spaß, diesen Anspruch zu erfüllen.

Sieglinde Eckert


Foto:
 
Sieglinde Eckert wurde 1980 geboren und ist auf dem Unterbühlhof aufgewachsen. Nach der Schule absolvierte sie eine Waldorf-Erzieher-Ausbildung in Kassel. Ihr Anerkennungsjahr verbrachte sie auf der Kinder- und Jugendfarm in Freiburg und brachte von dort das Projekt auf die Höri. Heute hat die Kinder- und Jugendfarm Löwenherz zehn Pferde, zwei Reitlehrer und eine FSJ-Stelle. Informationen gibt es unter www.loewen-herz.de
oder telefonisch unter Tel.  07735/....
 
 
 
 
Bald beginnt das Lagerleben
 

Die Kinderwohnung in der Schlesierstraße bietet übers Jahr Hausaufgabenbetreuung und lern- wie auch erlebnispädagogische Aktivitäten für Kinder aus benachteiligten Familien an. Doch das Betreuerteam ist auch in der Sommerferienzeit nicht untätig. Diesmal steht eine einwöchige Ferienfreizeit auf der Höri auf dem Programm.
 
Auf dem Jubiläumsfest der Kinderwohnung in der Schlesierstraße zeigten die Kleinen, was man alles auf der neuen Schaukel anstellen kann. Demnächst bietet die Kinderwohnung einen Aufenthalt im Zeltlager an. Archiv
 
Foto: ja
 
 
Radolfzell - Nachdem die letzte erlebnispädagogische Freizeit im vergangenen Jahr mit dem Thema "Die Brüder Löwenherz" (von Astrid Lindgren) so erfolgreich war, folgt nun eine weitere Veranstaltung mit einem neuen Motto. Geplant ist eine Woche Aufenthalt auf der Jugendfarm "Löwenherz" in Öhningen. Dort gibt es zehn Pferde. Die Radolfzeller Kinder können am bewaldeten Klingenbach in Zelten ein richtiges Lagerleben führen. Inhaltlich begleitet und getragen wird diese Woche mit der Geschichte Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren. Die Geschichte begleitet die Gruppe beim Lagerfeuer, beim Reiten, den vielen Spielen im Gelände und in einzelnen Theaterszenen.
 
 
Die Energie, die aus dem Inhalt der Geschichte stahlt, verbindet die Gruppe. Diese neue Art Freizeit ermöglicht dem Betreuerteam, den Kindern auf eine ganz andere Art, Literatur und die darin transportierten Ideale wie zum Beispiel Mut, Zusammenhalt, Freundschaft, Selbstbewusstsein und vieles mehr näher zu bringen. Sie haben die Möglichkeit, die Geschichte und alle Inhalte aktiv und frei mitzuerleben und mitzugestalten.
 
 
Ein neues, anregendes Umfeld mit anderen Bezugspersonen, fernab von den häuslichen Sorgen und die elementaren, entwicklungsfördernden Aktivitäten tragen dazu bei, dass die Kinder erfüllt sind mit neuen Erlebnissen und Erfahrungen, die sie durch das ganze darauf folgende Jahr tragen.
 
 
Die Möglichkeit, im pädagogischen Reiten die geistige, körperliche und emotionale Entwicklung der Kinder zu fördern, sei beeindruckend sichtbar, sagen die Betreuer der Kinder. Schon das Erlebnis, von einem anderen Lebewesen getragen zu werden, sei besonders für die Kinder aus sozial benachteiligten Lebensverhältnissen von seelisch tiefgehender Bedeutung. Das Pferd selbst fordere und fördere Mut und Selbstbewusstsein und stärke die Willenskräfte. Durch das Reiterlebnis in der Gruppe würden Sozialkompetenzen geweckt und gefördert.
 
 
Da für diese erlebnispädagogische Arbeit die Mittel sehr begrenzt sind, hängt die Möglichkeit der Durchführung ab von Zuschüssen, von Gerichten zugewiesenen Bußgeldern und Spenden. Deshalb bittet die Kinderwohnung in der Schlesierstraße um finanzielle Unterstützung für die erlebnispädagogischen Aktivitäten. Die Kinder sind jedenfalls schon in heller Vorfreude auf den Aufenthalt im Öhninger Zeltlager.
 
 
Die Sommerfreizeit findet statt vom 25. Juli bis 1. August. Darüber hinaus wird die Kinderwohnung in den verbleibenden Ferienwochen Programm vor Ort anbieten.
 
Öhningen
 
 
 
 
Ferien nach Art der Siedler
 Am meisten Spaß mache ihr das Reiten, findet Sibel Ayik, die ihre Ferien auf der Kinder- und Jugendfarm "Löwenherz" auf dem Unterbühlhof bei Öhningen verbringt.
 
Öhningen (cla) Ferien mit Pferden, Spielen, vielen anderen Kindern und einem Leben nach Art der Siedler ist für die Kinder auf der Kinder- und Jugendfarm "Löwenherz" auf dem Unterbühlhof in Öhningen die Alternative zu Sommerferien vorm Computer. Derzeit verbringen dort drei Jugendgruppen ihre Freizeit, insgesamt sind es 45 Jugendliche zwischen sieben und fünfzehn Jahren.
 
 
Seit Pfingsten 2006 bietet die Kinder- und Jugendfarm "Löwenherz" Aufenthalte für Kinder- und Jugendgruppen auf dem Hof an. Derzeit sind drei Gruppen auf der Jugendfarm, wie Siglinde Eckert, Leiterin der Kinder- und Jugendfarm, berichtet: Jugendliche aus dem Pestalozzi Kinderdorf verbringen hier drei Wochen, eine Gruppe Jugendliche kommt von der Organisation "Aventerra", die dritte Gruppe besteht aus Kindern, welche die Kinderwohnung der Diakonie in Radolfzell besuchen. Die Pestalozzi-Gruppe wohnt im Heuhotel, die anderen zwei Gruppen sind im Zeltlager auf einer großen Wiese untergebracht.
 
 
Das Zeltlager stelle den größten Bruch mit den gewohnten Lebensformen der Kinder und Jugendlichen dar, so Siglinde Eckert: Vor einem großen Tipi, das vom Rotary-Club Radolfzell gespendet wurde, ist eine Feuerstelle. Darüber hängt der riesige gusseiserne Kochtopf an einer Seilwinde und man kann sich leicht vorstellen, dass es morgens Geduld braucht, bis das Kaffee- und Teewasser endlich heiß ist. Gelebt wird nach Art der "frühen Siedler", was bedeutet, dass Selbst-Machen und arbeitsteilig Organisieren groß geschrieben werden. "Es gibt Holz- und Feuerdienst: Die Kinder müssen Holz sammeln, Kaffee- und Spülwasser aufsetzen", erklärt Waltraud Rasch, die zusammen mit Daniel Eckert die Kinderwohnung der Diakonie in Radolfzell leitet und nun die Diakonie-Kinder im Lager betreut.
 
 
Der Vormittag sei regelmäßig für das Reiten reserviert, so Waltraud Rasch. Dabei lernen die Kinder spielerisch den Umgang mit Pferden und stärken ihr Selbstbewusstsein. Nach dem Mittagessen gibt es freie Spielzeit. "Nachmittags gibt es zwei Arbeitsgruppen: Eine stellt Pfeil und Bogen, Schwerter und Helme her. Die andere beschäftigt sich mit Kräuter- und Beerensammeln", erläutert die Betreuerin. Die Kräutergruppe beschäftige sich auch mit LandArt und baue kleine Kunstwerke aus Schneckenhäusern, Moos und anderen Naturmaterialien.
 
 
Eine Besonderheit in diesem Jahr ist die intensive Beschäftigung mit der Geschichte der "Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren. Abends spielen die fünf Betreuer der Gruppe kleine Szenen aus dem bekannten Kinderbuch, und an manchen Tagen spielen die Kinder in Form einer Rallye Schlüsselszenen nach. "Die Energie, die aus dem Inhalt der Geschichte kommt, verbindet die Gruppe", meint Waltraud Rasch.
 
 
Fragt man die Kinder, so liegt eine Beschäftigung eindeutig auf Platz eins: "Am meisten macht mir das Reiten Spaß und, wenn wir galoppieren und laufen" meint Sibel Ayik, 11 Jahre, im Augenblick ihrer Aussage hoch zu Ross, "wir grillen im Camp und spielen und es macht Spaß, wenn wir im Fluss baden gehen". Und ein anderes Mädchen fasst seinen Eindruck vom Camp kurz zusammen: "Das Reiten finde ich auch am schönsten. Aber mir macht irgendwie alles Spaß."
 
  
 
suedkurier.de - 15.02.2006
 
 
Jugendfarm auf dem Unterbühlhof
 
 
 
Neuer und pädagogisch betreuter "Spielplatz" für Schulkinder zwischen sechs und 14 Jahren
 
 
 
 

 
Neuer und pädagogisch betreuter "Spielplatz" für Schulkinder zwischen sechs und 14 Jahren

 
Öhningen (ca) Im laufenden Jahr stehen auf dem oberhalb von Öhningen gelegenen Unterbühlhof durchgreifende Veränderungen an. Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Kulturwerkstatt Unterbühlhof wurde die Eröffnung der Kinder- und Jugendfarm "Löwenherz" für Mai in Aussicht gestellt. Für die Zukunft des Hofes, dem ältesten Demeter-Betrieb in der Region, eröffnen sich damit völlig neue Perspektiven.
 
 
Im vergangenen Jahr ist es um die Kulturwerkstatt, die in der Vergangenheit durch Theaterarbeit und spektakuläre Hof- und Kulturfeste von sich reden machte, etwas stiller geworden. Lediglich eine "Tierisch-sibirische Fasnacht" und eine zweitägige Veranstaltung mit dem Beuys-Schüler Johannes Stütgen standen auf dem Programm. Wie die Vorsitzende Waltraut Rasch in ihrem Jahresbericht erklärte, ist die vereinseigene Theatergruppe, die jahrelang im Schienener Feuerwehrhaus geprobt hatte, inzwischen umgezogen ins zentraler gelegene Radolfzell.
 
 
Mit dem demnächst anstehenden Einzug der Kinder- und Jugendfarm auf den Unterbühlhof wird sich die kulturelle Gewichtung des Vereins zugunsten der Pädagogik verlagern. Sieglinde Eckert, die künftige "Löwenherz"-Leiterin, stellte den Vereinsmitgliedern und Gästen das Konzept der Einrichtung vor. Ursprünglich stammt die Idee von einem dänischen Landschaftsarchitekten. Der hat festgestellt, dass Kinder lieber auf Brachflächen ihre eigenen Spielwelten konstruieren, als Vorgefertigtes zu übernehmen. In der Folge wurden insbesondere in Städten viele sogenannte Aktivspielplätze eingerichtet. Die Kinder- und Jugendfarmen, die sich schließlich daraus ableiteten, entstanden dagegen eher auf dem Land, in der Regel im Zusammenhang mit größeren Tieren, insbesondere Pferden.
 
 
Sieglinde Eckert wird ihren "pädagogisch betreuten Spielplatz" für Schulkinder zwischen 6 und 14 Jahren öffnen. Das Angebot auf dem idyllisch gelegenen Hof wird bereichert durch Werkstätten, künstlerische Angebote und Zirkuspädagogik. Ziel ist die "ganzheitliche Bildung": Mit Kopf, Herz und Hand. Die Kinder können ihren Spielplatz selbst gestalten und sollen auf diese Weise lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das Gleiche gilt auch für die Versorgung der Tiere. Vorgesehen sind neben der ganzjährigen Nachmittagsbetreuung der Kinder insbesondere Ferienfreizeiten und -camps.
 
 
Die "Feuertaufe" für die Kinder- und Jugendfarm fand in den vergangenen Pfingstferien statt und war, wie Sieglinde Eckert berichtete, ein Erfolg. Ab den kommenden Pfingstferien sind ein Handwerker- und Hüttenbaucamp und ein Reitercamp geplant. Die unter einem ökologisch-ganzheitlichen Aspekt organisierten Freizeiten gehen die ganzen Sommerferien hindurch. Die Leiterin legt darüber hinaus Wert auf eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen. Dazu zählen Sonderschulen und Behinderteneinrichtungen ebenso wie der Badische Sportbund.
 
 
Hans-Jörg Fischer ist Pächter der Landwirtschaft auf dem Unterbühlhof und als solcher gleichermaßen in die Ziele und Bestrebungen der Kulturwerkstatt eingebunden. Die ökologische Ausrichtung des Hofes und die zahllosen, durch die Natur gegebenen Möglichkeiten um den Unterbühlhof korrespondieren nach seiner Ansicht sehr gut mit den Vorstellungen der Kinder- und Jugendfarm.
 
 
Bürgermeister Andreas Schmidt übernahm die Leitung der turnusgemäß anstehenden Wahlen zum Vorstand. Im Amt bestätigt wurden Waltraut Rasch, Hans-Jörg Fischer und Dieter Schad als Kassenwart. Für den ausscheidenden Andreas Nitschke trat Sieglinde Eckert ein.
 
 
 
 
24.05.2005 05:01
 
Totale Freiheit auf dem Unterbühlhof
Während der Pfingstferien wurde eine Jugendfarm erprobt
Der oberhalb von Öhningen am Hang des Schienerbergs gelegene Unterbühlhof, bisher vor allem als Sitz der Kulturwerkstatt und wegen des dortigen Demeter-Hofs bekannt, wird ab Sommer nächsten Jahres auch eine Jugendfarm aufnehmen. Eine Probewoche in den Pfingstferien gab den Initiatoren recht: Der weitläufige Hof mit seinen Wiesen und Feldern ist bestens geeignet für das Projekt, das Kindern und Jugendlichen aus dem Umkreis eine ganz besondere Form der Freizeitgestaltung anbieten wird.
Öhningen
VON CLAUDIA ANTES-BARISCH
 
 
Bild:
"All inclusive" gibt's auf der Jugendfarm nicht: Bevor es ans Essen geht, muss Holz gesammelt und der Pizzaofen eingeheizt werden. Die Kinder und Jugendlichen sind mit Feuereifer dabei.
Öhningen - Ein Besuch auf dem Unterbühlhof in der ersten Pfingstferienwoche offenbart ein Kinderparadies. Während ein Mädchen auf einer Wiese beharrlich versucht, den Handstand zu lernen, sind andere dabei, einen Pizzaofen Marke Eigenbau mit Hilfe von kleinen Ästen anzuheizen. Ponys und Pferde stehen ruhig in der Gegend herum, werden getätschelt oder gestriegelt. Die Pferde, die normalerweise in einem Freiburger Stall stehen, genießen diesen Zustand der totalen Freiheit ebenso wie die Kinder. Geschlafen wird in einem Heuhotel: Das ist ein Stall mit frischem Heu auf dem Boden, auf das die Gäste ihre Schlafsäcke legen. Anstelle des morgendlichen Bettenmachens wird das Heu ein wenig aufgeschüttelt.
Sieglinde Eckert, Waldorfpädagogin und auf dem Unterbühlhof aufgewachsen, kam durch ihr Anerkennungspraktikum auf der Jugendfarm von Wilma Mall in Freiburg auf die Idee, etwas Ähnliches in ihrer Heimat aufzuziehen. Aus der Initiative und dem Engagement vieler Menschen, die sich aus ganz Deutschland zusammengefunden hatten, entstand eine Interessengemeinschaft, die aus dem bestehenden gemeinnützigen Verein "Kulturwerkstatt Unterbühl e.V." die Kinder und Jugendfarm aufbauen will.
Die Vorläufer der Jugendfarmen, pädagogisch betreute Aktivspielplätze, gibt es in der Bundesrepublik bereits seit Jahrzehnten. Anders als die Aktivspielplätze haben die Jugendfarmen auch Tiere. Sie bieten Kindern und Jugendlichen eine Vielfalt an Erfahrungsbereichen und Gestaltungsmöglichkeiten, die ihnen die Realität zwischen Schule und Computer zunehmend vorenthält. Auf dem Unterbühlhof ist bis jetzt eine Nachmittagsbetreuung von Montag bis Freitag geplant. Es werden verschiedene jahreszeitabhängige Themenbereiche innerhalb des Farmgeschehens angeboten, die sich auch nach den Interessen der Kinder und Jugendlichen richten. Auf jeden Fall sind im Bereich der Landwirtschaft pädagogisch betreute Bildungsprojekte vorgesehen, täglicher reitpädagogischer Unterricht und Tierpflege. Die Pferde werden direkt von der Freiburger Jugendfarm übernommen.
Während der Ferien sollen vor allem berufstätige Eltern durch eine Tagesbetreuung für Kinder ab dem 6. Lebensjahr entlastet werden. Geplant sind weiterhin erlebnispädagogische Camps, Reiterferien mit und ohne Übernachtung und Projekttage. Die Initiatoren legen Wert auf die Zusammenarbeit mit Schulen zu den Themen ganzheitliches Lernen, Ausflüge auf den Hof, Klassenfahrten, Austausch und Praktikanten.
Tiere versorgen, handwerklich tätig sein, die Sinne entfalten, Sensibilität für die Umwelt entwickeln, kreativ sein, sozial miteinander umgehen: Sieglinde Eckert ist der ganzheitliche Aspekt dieser Pädagogik wichtig. "Mit Kopf, Herz und Hand" können die Kinder auf einer Jugendfarm das Leben erfahren.
Der Unterbühlhof bei Öhningen solle "ein Platz zum Spielen" werden, wünscht sich Sieglinde Eckert und erklärt: "Das Leben, Spielen und Arbeiten in der Natur ist die Grundlage für Naturverbundenheit und die Vorraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihr. Die Natur ist unsere Lebensgrundlage. Wenn die Kinder unsere Zukunft sind, sollten sie das erfahren."
Finanziert wird das Ganze aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden, aber auch über den Landesjugendplan, die Landesjugendstiftung und ähnliche Institutionen. Jugendfarmen gibt es europaweit, allein im Raum Stuttgart existieren fünfundzwanzig derartige Einrichtungen.
Pferde stehen im Mittelpunkt der Jugendfarm, die im kommenden Sommer auf dem Unterbühlhof Einzug hält. - Pferde striegeln und streicheln gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen junger Mädchen - und die Tiere lieben es offenbar auch. Fotos: C. Antes-Barisch
 

 

 

 

 

 

Gründung einer Kinder- und Jugendfarm am Bodensee

 

 

(dies ist das Original, Südkurier siehe unten)

 

 
Sinnvolle Freizeitgestaltung und ganzheitliches Lernen für Kinder im Einklang mit der Natur
 

 

 
„Was ist eigentlich ‚Erde’?“ Diese Frage stellte ein kleines Mädchen Sieglinde Eckert, als diese mit einer Gruppe von Kindern über einen Acker spazierte. Solche Erfahrungen, ihre Arbeit auf einer Kinder- und Jugendfarm bei Freiburg und das Bewusstsein, dass es noch mehr Kinder und Jugendliche gibt, die noch nicht einmal die grundlegendsten Erfahrungen mit dem Thema Natur gemacht haben, veranlassten die 24jährige zu einem Entschluss: dem Aufbau einer eigenen Kinder- und Jugendfarm auf dem Unterbühlhof bei Öhningen am Bodensee.
 

 

 
Das Projekt hat die Verbesserung der Spiel-, Erlebnis-, Entwicklungs-, und Bildungsräume für Kinder und Jugendliche zum Ziel. Dies wird gerade in der heutigen Zeit zunehmend wichtiger, wo bei Kindern immer weniger auf sinnvolle Freizeitgestaltung geachtet wird. Stattdessen bestimmen Fernsehen und Computerspiele deren Alltag – meist in der ‚Betonwüste Stadt’ – ohne adäquaten Ausgleich.
 
 
Geplant sind daher pädagogisch ausgearbeitete und betreute Nachmittagsangebote zur Freizeitgestaltung in und mit der Natur mit verschiedenen Themenbereichen (Tierpflege, Reiten, Natur, Handwerk, Kunst etc.) für die Kinder aus der Region. Für Kinder und Jugendliche aus weiter entfernten Gebieten und der Umgebung sollen auch Ferienfreizeiten  - Schlafen im „Heuhotel“ - bzw. Zeltlager angeboten werden.

 

 
Der Unterbühlhof ist ein bio.-dyn. bewirtschafteter Hof und liegt im Landschaftsschutzgebiet am Südhang des Schiener Bergs. Aufgrund der guten (räumlichen) Vorraussetzungen und innerhalb des gemeinnützigen Vereins „ Kulturwerkstatt Unterbühl e.V.“ besteht dort die Möglichkeit, einen pädagogisch betreuten Erlebnisraum zu schaffen. Die tragenden Säulen des 1995 gegründeten Vereins sind der Natur- und Umweltschutzgedanke im Bildungsbereich und seine Umsetzung, aber auch Aktivitäten im Bereich Malerei, Musik und Theater, ebenso wie soziale Arbeit in Form von pädagogischer und therapeutischer Betreuung im Rahmen von Freizeiten, Praktika, Einzel- und Gruppenbetreuung.
 

 

 
Am 29.01.2005 fand das erste Informationstreffen auf dem Hof für alle Interessierten statt. Über 20 Neugierige kamen aus ganz Deutschland zusammen (einige waren verhindert), um von S. Eckert mehr über das Projekt zu erfahren. Sie selbst ist auf dem Hof geboren und dort mit drei Generationen  aufgewachsen.
 
 
Der erste inhaltliche Workshop findet nun am 12.03.2005 auf dem Hof statt. Alle Interessenten, Mitglieder des Vereins, Freunde und Bekannte sind herzlich eingeladen das Projekt kennen zu lernen. S. Eckert und das bisherige ‚Team’ freuen sich besonders über das Interesse engagierter Eltern, die die Freizeit- und Spielräume ihrer Kinder sinnvoll mitgestalten möchten.
 
 
In den Workshops sollen Arbeitsgruppen in den kommenden Monaten ein genaues Konzept und die
 
 
weitere Vorgehensweise erarbeiten. Die endgültige Eröffnung der „Kinder- und Jugendfarm Unterbühlhof“ ist für Frühjahr/Sommer 2006 geplant.
 

 

Eine erste Reiterferienfreizeit wird in den Pfingstferien ´05 auf dem Unterbühlhof in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Europäische Jugendfreizeit und Bildungsstätte Bleichtal e.V. (
)  stattfinden. Der Ponyhof aus dem Bleichtal ( Nördlicher Breisgau, nördlich von Freiburg) wird mit seinen Ponys, Kindern und Jugendlichen die Pfingstferien bei uns verbringen. Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage.
Alle Schulkinder sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen und ein paar wunderschöne Tage mit Ponys auf dem Bauernhof zu verbringen (Übernachtung im Heuhotel). Die Plätze sind begrenzt, also schnell anmelden unter kinderbauernhof-lebens-t-raum@web.de! Bei Fragen und Interesse können Sie sich gerne auch unter der angegebenen E-Mail Adresse melden.
Informationen zur Landwirtschaft auf dem Unterbühlhof und eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie unter
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S.Eckert/V.Jakoby
 
 


 

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